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Augsburg wünscht kostenlosen Nahverkehr. LINKE stellt Antrag im Stadtrat.

DIE LINKE befragte die Augsburger*innen nach ihrer Meinung zum Öffentlichen Nahverkehr. Bei der Umfrage wurde erfragt die Zufriedenheit mit Taktung, Betriebszeiten, Streckennetz, dem Angebot an Sitz- und Stehplätzen und natürlich mit den Preisen. Das Ergebnis ist überraschend eindeutig.

Rund 80 Prozent der Befragten wollen einen kostenlosen Nahverkehr - auch 75 Prozent der befragten AutofahrerInnen. DIE LINKE im Augsburger Stadtrat hat daher am 3. Juli 2019 den Antrag gestellt, die Verwaltung einen Finanzierungs- und Umsetzungsplan erstellen zu lassen. Hier geht es zum Antrag.

„Wir sind sicher, mit unserem Antrag bei der Stadtregierung offene Türen einzurennen. Frau Weber, Herr Wurm und Frau Wild erklären ja immer wieder, den öffentlichen Nahverkehr verbessern zu wollen. Wir meinen: damit sollten wir nicht bis nach der Kommunalwahl warten, sondern jetzt beginnen,“ erläutert Tim Lubecki, Mitglied des Vorstandes der LINKEN in Augsburg.

Christine Wilholm, Sprecherin der Augsburger LINKEN: „SPD, Grüne und CSU geben zu, dass ihre Tarifreformen der vergangenen Jahre den öffentlichen Nahverkehr teuer und unattraktiv gemacht haben. Wir wollen ein lebenswertes Augsburg mit sauberer Luft und attraktiven Alternativen zum Auto.“

Zum Hintergrund der Befragung: 

Bei der Umfrage wurde erfragt die Zufriedenheit mit Taktung, Betriebszeiten, Streckennetz, dem Angebot an Sitz- und Stehplätzen und natürlich mit den Preisen. Befragt wurden 493 Augsburger*innen. Hier geht es zum Fragebogen. Fast 90 Prozent der Befragten halten die Preis für zu hoch. 

Bei der Frage, ob die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs kostenlos sein sollte, antworteten 49 Prozent (233) der Befragten mit „Ja“, 30 Prozent (146) mit „Eher Ja“, 9 Prozent (43) wissen es nicht, 6 Prozent (29) antworteten mit „Eher Nein“ und 6 Prozent (30) mit „Nein“.

Von denjenigen, die das Auto häufig oder sehr häufig nutzen, plädieren 75 Prozent für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr: Hier antworteten 38 Prozent (43) der Befragten mit „Ja“, 37 Prozent (42) mit „Eher Ja“, 9 Prozent (10) wissen es nicht, 7 Prozent (8) antworteten mit „Eher Nein“ und 9 Prozent (10) mit „Nein“.

Versagen der Stadtregierung darf nicht im Wahlkampfgetöse untergehen

Augsburg erstickt im Autoverkehr. Das Vorhaben „Fahrradstadt“ ist gescheitert. Verkehrspolitisch versagt die Stadtregierung aus CSU, SPD und GRÜNEN auf ganzer Linie. Jetzt droht das Thema Nahverkehr im Wahlkampfgetöse unterzugehen.

Die OB-Kandidatin Eva Weber (CSU) machte den Nahverkehr bereits zum Thema für die Kommunalwahl 2020. Statt jetzt energisch zu handeln, raunt sie von einem nach der Kommunlawahl einzurichtenden "Mobilitätsreferat".

Die SPD läutet den Wahlkampf gewohnt kleinlaut ein: Die SPD habe die Tarifreform 2017 nicht gewollt und fordere schon immer ein 365-Euro-Jahresticket also Bus- und Tramkosten von maximal einem Euro pro Tag. Damit macht die SPD in Augsburg, was sie auch in der GroKo im Bund am besten kann: Sie sichert sich als Teil der Stadtregierung ihre Pfründe, verantwortet als Juniorpartner der CSU unsoziale Politik mit und erklärt gleichzeitig, dass sie viel lieber alles anders machen würde.

Die Grünen stellen in Augsburg mit Reiner Erben den Umweltreferent. Die Grünen im Augsburger Stadtrat haben sogar die Tarifreform 2017 (Abschaffung der bisherigen Zone 10) mitgetragen. Es bleibt ein (grünes) Geheimnis, wie die Tarifreform 2017 in Kombination mit der nochmaligen Erhöhung der Fahrpreise zum 01. Januar 2019 Menschen dauerhaft zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen soll.