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Zumindest die Werbung für die Mobil-Flat ist gelungen.

Tim Lubecki

Mobil-Flat – Das soll die Zukunft des Nahverkehrs sein?

Der Nahverkehr in Augsburg ist um Längen besser als in München. Dennoch erstickt Augsburg zunehmend im Autoverkehr. Bus und Tram sind viel zu teuer, Fahrradfahren oftmals lebensgefährlich. Gelingt mit der Mobil-Flat jetzt die Wende?

Worum geht es? Ab November 2019 bieten die Augsburger Stadtwerke die Nutzung von Bus und Tram, Leihrad und Carsharing-Auto in zu einem monatlichen Fixum von 79 bzw. 109 Euro an. „Immer enthalten: Das Abo für Bus und Tram für den Innenraum – also Augsburg und die nähere Umgebung. Fahrrad-Fahrten mit dem Leihrad bis zu einer halben Stunde sind ebenfalls inklusive – auch mehrmals am Tag. Der Unterschied zwischen den Paketen zeigt sich beim Carsharing: Im niedrigeren Tarif gibt es eine Obergrenze von 150 Kilometern pro Monat. Im höheren Tarif entfällt diese Obergrenze.“  

Die neue Mobil-Flat wurde mit großem medialen Getöse eingeführt. Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza bläst die Backen ziemlich auf und ruft nicht weniger als die „Zukunft im Nahverkehr“ aus.

Aber: Bei nüchterner Betrachtung reiht sich die swa-Flat in die katastrophale Tarifpolitik unserer Stadt ein: Wie das Einzelticket für drei Euro oder das Monatsticket ist auch die Mobil-Flat schlicht und einfach zu teuer. Wer meint, für 79 Euro im Monat die Menschen im großen Stil zum Umsteigen zu bringen, liegt falsch. Außerdem ist es Irreführung der Fahrgäste, die auf 15 Stunden oder 150 km begrenzte Nutzung eines Carsharing-Autos für 79 Euro als Flatrate zu verkaufen.

Wir bleiben dabei: Der öffentlicher Nahverkehr in Augsburg sollte kostenlos sein. Kombiniert mit besserer Anbindung der Stadtteile und dem Ausbau der Fahrradwege klappt die Verkehrswende. Das sichert Mobilität für alle, unabhängig vom Einkommen.