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Stolpersteine - LINKE übernimmt Patenschaft

Diese Woche wurden neue Stolpersteine von Gunter Demnig in Augsburg verlegt. 
Wir haben dabei als Kreisverband die Patenschaft für Maria Pfaffenzeller übernommen. Außerdem hat Bezirksrat und OB-Kandidat Frederik Hintermayr die Patenschaft für Johann Holzheu übernommen. 

Hier die Biographien: 

Maria Pfaffenzeller, Reischlestraße 31-33

Maria ist das sechste von 10 Kindern des Textilarbeiters Michael und seiner Frau Adelheid Pfaffenzeller. Sie wohnen im Stadtbachquartier 35. Acht ihrer Geschwister versterben im Kindesalter. Maria ist geistig beeinträchtigt und schwerhörig und kommt mit 11 Jahren nach Ursberg, nachdem ihr Vater an Lungentuberkulose verstorben war. Veranlasst durch die Kanzlei des „Führers“ werden ab Oktober 1939 Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen an die „zentrale Dienststelle“ in Berlin gemeldet, wo 3 Gutachter aufgrund der Formulare, also ohne individuelle Untersuchung der Patienten, über deren Tod oder Weiterleben befinden. Maria wird im November 1940 mit vielen anderen Patienten aus den Heimen von Ursberg, Holzhausen und Lautrach vorübergehend in die Heil-und Pflegeanstalt nach Kaufbeuren verlegt. Von dort erfolgt am 5. Juni 1941 ihre Deportation mit 70 weiteren Personen, darunter 20 Frauen aus Augsburg nach Hartheim/Linz. Dort erfolgt noch am gleichen Tag ihre Ermordung mit Gas.

Johann Holzheu, Frauentorstraße 4

Johann ist der älteste Sohn von Maria Schmid, geb. Holzheu. Er hat 8 Stiefgeschwister. Nach dem tragischen Tod seines Stiefvaters übernimmt er eine Art Vaterrolle und zeigt dabei hohe soziale Kompetenz. Johann ist hochintelligent und kann hervorragende Zeugnisse und Referenzen vorweisen. Bei seinen Arbeitgebern sowie in seiner Familie ist er hoch angesehen. Dem Nationalsozialismus steht er sehr kritisch gegenüber. Wegen seiner sexuellen Orientierung kommt er in Untersuchungshaft und 1936 ins KZ Dachau, wo er unsäglichen Demütigungen ausgesetzt wird. Im April 1939 machen sich sadistische SS-Schergen einen Spaß daraus, ihn auf der Baracke nackt mit eiskaltem Wasser abzuspritzen. Johann verstirbt am 5. Mai 1939 an einer Lungenentzündung im Alter von 44 Jahren.