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31 Millionen für den Limburger Bischofssitz? Kein Problem. 6000 Arbeitsplätze bei Weltbild? Sch...egal. (Foto: fotolia)

Weltbild – Kapitalismus in Reinform

Das Sanierungskonzept für die Augsburger Weltbild Verlagsgruppe war am Donnerstag unter Dach und Fach. Am Freitag stellten die kirchlichen Gesellschafter den Insolvenzantrag. DIE LINKE ist solidarisch mit den Betroffenen.

Das Sanierungskonzept für die Augsburger Weltbild Verlagsgruppe schien am Donnerstag unter Dach und Fach. Am Freitag wurde der Insolvenzantrag gestellt. Die kirchlichen Gesellschafter hatten den Stecker gezogen. DIE LINKE ist solidarisch mit den Betroffenen.

Ob bei der Bankenkrise, bei MAN Roland oder jetzt bei Weltbild. Immer soll die Belegschaft bluten. Unternehmer und Kapitalanleger kommen zumeist ungeschoren davon. Das sollten wir ändern. DIE LINKE erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten bei Weltbild.

Ein Schlag ins Gesicht der Weltbild-Kollegen ist der Auftritt von Reinhold Demel. Der Geschäftsführer der Augsburger Arbeitsagentur feiert wie so oft seine Arbeitslosenstatistik: Er hoffe, den Weltbild-Beschäftigten auch bei Kündigungen helfen zu können, da der Arbeitsmarkt derzeit gut sein. Dabei wissen wir: Wer heute seinen Job verliert, dem drohen prekäre Beschäftigung, Leiharbeit und Hartz IV. Das sind die Konsequenzen der Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 von Gerhard Schröder. Keine Regierungspartei der letzten Jahre hat dagegen etwas unternommen, weder SPD, Grüne, CDU/CSU noch FDP. Wir brauchen endlich einen echten gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro und das Verbot von Leiharbeit, wie es DIE LINKE seit Jahren fordert.

Was können wir in Augsburg tun?

Die Stadt Augsburg hat einen runden Tisch einberufen und „hofft mit den Weltbild-Mitarbeitern” Doch Betroffenheitsrhetorik von Dr. Kurt Gribl hilft den Menschen nicht weiter. Das hat sich schon bei den Entlassungen bei MAN Roland gezeigt: Viele suchen heute noch einen anständigen Job. DIE LINKE im Augsburger Stadtrat fordert seit langem eine kommunale Arbeitsmarktpolitik, die den Menschen nicht nur einen schlechtbezahlten Job bietet, sondern sichere und anständig bezahlte Arbeit. Wenn der Oberbürgermeister helfen will, kann er sich jetzt bei Horst Seehofer für ein bayerisches Vergabegesetz starkmachen, dass kommunale Aufträge nur an Firmen vergeben werden, die tarifgebunden sind. Das schafft und sichert gute Arbeit.